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Dezentrale Lüftung - Frischluft im Innenraum mit Wärmerückgewinnung - im Test.
Technologie & Zukunft
Technologie & Zukunft

Frischluft im Innenraum

veröffentlicht am 05. Juni 2018

Drei Architekturbüros, drei Meinungen. Dieses Mal führt uns unsere Test-Reihe nach München, im Gepäck: das Lüftungssystem B44 aus dem Hause Vallox. Es sorgt, gleich welche architektonische Herausforderung, für Frischluft im Innenraum – dezentral installiert und ausgestattet mit effizienter Wärmerückgewinnung. Seine Vorteile und Anwendungsbereiche auf einen Blick.

Hild und K Architekten

Erste Station: Lindwurmstraße. Hild und K Architekten beschäftigen in der bayrischen Landeshauptstadt ein internationales Team aus rund 30 Mitarbeitern, etwa 15 weitere in Berlin. Zu ihren Projekten zählen Aufträge im Wohnungsbau sowie öffentliche Bauten wie etwa die Revitalisierung des Gebäudeensembles Bikini Berlin mit Premierenkino, Hotel und Concept Mall. „Die Lüftung ist immer ein schwieriges Thema“, sagt Architekt Carlos Moya, „weil es uns ja auch um die optische Frage geht, unter anderem wie die technische Lösung in der Fassade aussieht.“ Nur: „Neben diversen Normen, die diese als Anforderung führen, bringen unsere Anlagen einige Vorteile in Bezug auf Raumluftqualität und Energieeinsparung mit sich“, entgegnet Florian Holubek von Vallox, der die Fachplaner bei der Auswahl der richtigen Systeme berät.

Gut, wenn man ein System kennt, das so dezent ist wie das von Vallox, das er heute dabei hat: B44 eignet sich besonders bei nachträglicher Planung oder bei energetischer Sanierung, aber auch im Neubau. Die Geräte werden dezentral installiert und nehmen bis zu acht Einheiten pro Bedienteil auf. Neben einem Mauerelement mit Außenblende bietet der finnische Hersteller ein schlankes und unauffälliges Laibungsmodul an. Bei innenliegenden Bädern wird ein Ablüfter benötigt. Herr Holubek beschreibt den Einbau des Systems (siehe Grafik), der wie auch die Planung wesentlich einfacher funktioniert als bei zentralen Lüftungsanlagen. Einmal im Jahr muss das Gerät gewartet werden, was so simpel ist, dass es vom Nutzer selbst durchgeführt werden kann. Carlos Moya zeigt sich überzeugt vom Produkt und möchte es gerne gemeinsam mit den Fachplanern für ein Projekt durchkalkulieren. Dem Architekten gefällt ebenfalls das Onlineangebot von Vallox – hier können nicht nur Planungszeichnungen abgerufen werden, auch eine Software zur Planung steht parat.

Auer Weber

Szenenwechsel: Maxvorstadt. Bei Auer Weber sitzt der Senior Fritz Auer gerade über handgezeichneten Entwürfen, als wir mit Philipp Auer für unsere Präsentation verabredet sind. Gegründet wurde das Büro 1980 in Stuttgart. „Neben Projekten im Verwaltungsbereich beschäftigen wir uns verstärkt mit Schul- und Hochschulbau“, erzählt der heutige Geschäftsführer. „Aber auch die Planung von Sport- und Veranstaltungsstätten gehört zu unseren Schwerpunkten.“ In der Regel arbeiten sie dabei mit zentralen Anlagen. Welche Vorzüge das Lüftungssystem B44 mit sich bringt, erklärt Florian Holubek: „Die Energieeinsparverordnung (EnEV) besagt, wir müssen dicht bauen, gleichzeitig ist ein Luftaustausch erforderlich und nicht immer gibt es genügend Platz oder steht der Planungsaufwand für eine zentrale Anlage im Verhältnis. Mit diesem System erreichen Sie das Ergebnis in einer kompakten Anlage, bei einer Wärmerückgewinnung von bis zu 80 Prozent.“ B44 garantiert eine Luftmenge von bis zu 22,5 m3/h und verfügt über einen besonders hochwertig verarbeiteten Keramikwärmespeicher. Außen führt eine Kondensat-Rinne anfallendes Wasser sauber von der Fassade weg.

„Aber die Blende wirkt sich optisch an der Fassade aus“, erwidert Philipp Auer. „Interessant finde ich da die dezentere Variante, die Laibungslösung.“ Von außen sichtbar ist dabei lediglich ein schlankes Edelstahlgitter, das auch in einer weiß pulverbeschichteten Ausführung erhältlich ist. Dank seiner strömungsorientierten Kanalgeometrie wird der Volumenstrom trotzt Umlenkung nicht beeinträchtigt. In punkto Schallübertragung erreichen beide Varianten, Fassaden- und Laibungselement, eine Einführungsdämpfung von bis zu 61dB, eingebaut ist ein Schalldämmmaß von 41dB. Dem Architekten gefällt das System. Auch, wenn er bei all den Passivhaus-Richtlinien hofft, dass vernünftige Lösungen gefunden werden und dass es weiterhin möglich bleibt, beispielsweise in einer Schule während der Pause mal das Fenster zu öffnen. Wobei das eine das andere nicht  ausschließen soll, wie Floran Holubek versichert.

Meili, Peter Architekten München

Meili, Peter Architekten, das dritte Büro, liegt nicht weit entfernt. Hier wird vor allem im Wohnungsbau geplant. Die Firma Vallox ist den Büropartnern Florian Hartmann und Lisa Yamaguchi unter dem früheren Vertriebsnamen Heinemann ein Begriff. Mittlerweile vertritt den finnischen Hersteller eine gleichnamige Vertriebsgesellschaft mit Sitz in Dießen am Ammersee.

Florian Holubek beschreibt noch einmal die drei Möglichkeiten einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung: Neben gebäudezentralen und wohnungszentralen Anlagen gibt es die raumzentrale Lösung, die er heute vorstellt. Mithilfe einer Steuereinheit lassen sich drei Lüftungsstufen einstellen. Entscheidend sei die Lüftung zum Feuchteschutz, sagt der Berater. Ob die Geräte Feuchte- oder CO2-Fühler einbeziehen, möchte Florian Hartmann gerne wissen. Diese dezentrale Lösung kann zur Feuchtesteuerung optional mit einem Hygrostat ausgestattet werden. „Und gibt es einen Erfahrungswert, wann sich die Anschaffung der Anlage amortisiert?“ Während einer Heizsaison kann man die Energieeinsparung messen, aufs ganze Jahr gibt es keine Berechnung. Und sie wäre auch wenig sinnvoll, denn die Aufgabe der Lüftung ist es unter anderem, dass in einem nach heutigen Maßstäben gebauten oder sanierten Gebäude der aus bauphysikalischen und hygienischen Gründen erforderliche Luftaustausch nutzerunabhängig sichergestellt ist – was sie gewissermaßen notwendig macht.

Da es immer mehr technische Lösungen für verschiedene Bereiche gibt, wäre den Architekten ein Maßstab zur Beratung der Bauherren lieb. Darüber hinaus nehmen sie verstärkt den Wunsch zur Kenntnis, die Steuereinheiten verschiedener Anwendungen in einer einheitlichen Schnittstelle unterzubringen. „Man würde sich wünschen, in der Addition nicht nur Wärme und Energie zu sparen, sondern auch flexibler und spontaner reagieren zu können“, so Hartmann, beispielsweise auch von unterwegs. Eine von mehreren guten Anregungen, die Florian Holubek heute in die Produktentwicklung mitnehmen kann.